Ländliche Räume

Unsere Bundestagsfraktion hat, in der 19. Legislaturperiode, mit dem Pakt für lebenswerte Regionen, der Forderung nach einer neuen Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe „Regionale Daseinsvorsorge“ einen zukunftsweisenden Vorschlag auf den Weg bringen können, wie wir dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der gleichwertigen Lebensverhältnisse entscheidend näher kommen können.

Mehr dazu lesen Sie in der Broschüre.

Das gute Leben auf dem Land“.

In der Stadt wie auf dem Land: Wir wollen, dass jede*r in Deutschland gut und selbstbestimmt leben kann. In den ländlichen Regionen braucht es lebendige Dörfer und Kleinstädte, in denen die öffentlichen Dienstleistungen funktionieren und man leben kann, ganz wie man mag. Wie das gelingen kann lesen Sie im Auszug aus unserem Wahlprogramm hier.


„Eine Impfreise im März – Unlängst in LDS!“ – Ein satirisches Gedicht.

Lothar Treder-Schmidt hat es erlebt. Sicherlich findet sich Mensch aus den ländlichen Raum hier wieder.

Eine Impfreise im März – Unlängst in LDS

Die Sorge vor’m Virus quälte mich sehr,
drum sollte schnell die Impfung her.
Termin per Fon, das war die Kunde –
so wählte ich dann manche Stunde…

Doch ganz vergeblich blieb mein Müh’n.
Du musst, hieß es, den Online-Joker zieh’n:
Du loggst dich ein und eins-zwei-fix
bist du bei der Termin-Matrix.
Gibst ein die Zahlen, Daten, Fakten
und hoffst, dass flott sie dich eintakten.

Das ging auch prima, Sie werden’s wissen,
bis dahin, wo Termine kommen müssen.
Dort hieß es: Kein Termin im Angebot!
Klemmt das Portal? Herrscht Impfstoffmangelnot?

Erneut alle Daten, stets von vorn –
die Finger wund, es wächst der Zorn.
Versuche des Morgens und spät zur Nacht:
Sie haben keinen Termin erbracht.

Geduld, gemach, nach Wochen Tipperei
gibt dir’s Portal die Spalte frei:
Erhältst`, erkämpft, weil sehr begehrt, den Impftermin!
Nach Schönefeld, so heißt es, musst du zieh’n.

Oh je, das Auto wird vom Manne grad` begehrt,
sieh du nun zu, wie „öffentlich“ man fährt.
Zwar gehörst du schon zur Gruppe „Greise“,
das aber ändert nichts an deiner Reise:

Um 6 beim Schulbus stell dich an,
der bringt nach Luckau Stadt dich dann
zur Schule – zum Busplatz kannst du weiterlaufen
und dort dich ruhig einmal verschnaufen.
Der Bus nach Lübben ist eh` weg
und meckern hat auch keinen Zweck.

In Lübben schließlich angekommen,
wird nach KW die Bahn genommen.
Termin war übrigens um 9,
da gerade fuhr der Zug im Bahnhof ein!
Von dort dann, für dasselbe Geld,
der nächste Zug nach Schönefeld.

Oh Ungemach, oh Missgeschick:
Was andern Freude ist und Glück
für dich ist’s Pech! Der Zug fährt ein,
der Bahnhof strahlet neu und fein:
Der neue ist’s – der alte Bahnhof sollt es sein!

Heraus, hinauf, ein Bus gesucht, gefunden,
der irgendwann in läng’ren Runden
dich bringt zum alten Airport hin –
da nämlich ist das Zentrum drin,
wo die Doktores mit der Nadel Spitze
dich stechen – hoffend, dass es nütze.

Der Weg, für Autos beschildert groß und klar,
vom Bus aus schwer zu raten war.
Vielleicht ein Test? Man prüft, ob sich noch lohnen
Aufwand und Impfinvestitionen.

Man prüft, ob die Alten sich bequemen
die Hürde Internet zu nehmen
und dann, wenn ohne Auto, Führerschein
sie finden sich zur Impfung ein!
Wenn sie im Kampf mit ÖPNV obsiegen,
dann können sie die Impfung kriegen:
Denn sie bewiesen Lebenskraft
indem zum Zentrum sie’s geschafft.

Klar, dass der Weg zurück noch schlimmer wird
der Schulbus ist längst abgeschwirrt,
wenn man in Luckau angekommen, einen Bus
ins Nachbardorf halt nehmen muss.
Den letzten Kilometer frisch gelaufen,
nur nicht verzagen, nicht die Haare raufen!

Denn die so Überlebenden verdienen
sich so den zweiten Schuss Vakzinen.
Und wer’s nicht schafft, da ist’s eh einerlei…
und, immerhin: Es wird ’ne Dosis frei!


Geschrieben von:
Lothar Treder-Schmidt aus Caule
(Kreistagsabgeordneter & Fraktionsvorsitzender
Stadtverordneter Luckau)