Das Energiegeld

So funktioniert der soziale Ausgleich des CO2-Preises

Seit Anfang dieses Jahres wird CO2 bepreist. Dies führt zu höheren Kosten – beispielsweise beim Heizen oder an der Tankstelle – und belastet insbesondere Menschen mit geringerem Einkommen. Wir wissen, dass gute Klimapolitik nur sozialverträglich gelingen kann. Die höheren Kosten für CO2 sollen ein Anreiz sein, CO2 zu sparen, sie sollen aber auf gar keinen Fall die soziale Ungleichheit weiter steigern. Wie soll das gehen? Mit dem Energiegeld. Wie das funktioniert, lässt sich am besten am Beispiel Tanken erklären:

Beim Tanken von Benzin oder Diesel fällt ein CO2-Preis an. Alle Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen in einen Topf. Einen Teil dieses Geldes wollen wir nutzen, um die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) zu senken. Das macht Strom billiger. Der Rest des Geldes wird gleichmäßig auf alle Einwohner*innen aufgeteilt und ausgezahlt – egal ob Kind, ob Rentner*in, ob erwerbstätig oder nicht. Der CO2-Preis ist keine neue Einnahmequelle für den Staat.

Wer weniger CO2-Emissionen erzeugt – wie zum Beispiel die Familie rechts im Bild mit nur einem sparsamen Auto – zahlt weniger in den Topf ein, bekommt pro Kopf aber genauso viel Energiegeld ausgezahlt wie alle anderen – in diesem Fall also insgesamt vier Anteile. Das Pärchen links im Bild erhält pro Kopf natürlich den gleichen Anteil zurück – also insgesamt zwei Anteile. Da die beiden aber ein weniger sparsames Auto fahren, fallen für sie höhere CO2-Abgaben an.

Mit dem Energiegeld lohnt es sich also finanziell für jede einzelne Person, CO2 einzusparen. Da Menschen mit geringerem Einkommen in der Regel in kleineren Wohnungen leben, kleinere Autos fahren und nicht so häufig in den Urlaub fliegen, profitieren sie in besonderem Maße vom Energiegeld. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Energiegeld nicht auf Sozialleistungen angerechnet wird. Damit leistet es einen entscheidenden Beitrag für die erfolgreiche Bekämpfung der Klimakrise und hat das Potenzial, soziale Ungleichheit zu reduzieren.


Geschrieben von:
Andrea Lübcke aus Eichwalde (Kreistagsabgeordnete,
Gemeindevertreterin Eichwalde)

(c) Sketchnote von Franziska Buchner